• Herbert Schmidt

URSACHEN der Rückenschmerzen erkennen, anstatt Symptome zu behandeln?!

Aktualisiert: 17. Juli 2019



Mich beschäftigt das Thema Rückenschmerzen mittlerweile schon seit ca. 20 Jahren. Angefangen hat alles als ich mit 18 Jahren neben dem Fußball- und Tennisspielen noch begann Krafttraining in einem Fitness-Studio zu betreiben.


Mein damaliges Ziel war, wie das vieler Jugendlicher Burschen, Muskeln aufzubauen und stärker zu werden, aber hauptsächlich um Muskeln aufzubauen. Ich trainierte damals voll motiviert einfach drauf los, ich bekam zwar einen "Trainingsplan" vom Trainer des Studio´s, aber eine differenzierte Übungseinweisung bekam ich leider nicht. Jetzt im Nachhinein betrachtet leider mit gravierenden Auswirkungen für meinen Rücken, denn falsches Kreuzheben mit 150kg, falsch ausgeführte Kniebeugen mit 170kg und insgesamt ein sehr undifferenziertes Trainingsregime, führten zu einer frühzeitigen Degeneration meiner Wirbelsäulenstrukturen (Bandscheiben, Facettengelenken).

DAS PROBLEM dabei, die Bandscheiben haben keine Schmerzrezeptoren, das heißt, die Rückmeldung von den Bandscheiben dass ein Problem besteht, kommt leider oft erst dann wenn es bereits zu einer Bandscheibenvorwölbung gekommen ist oder noch schlimmer zu einem Bandscheibenvorfall!

So auch bei mir.............

zu Beginn, das heißt die ersten 2-3 Jahre war das auch überhaupt kein Problem bzw. ich hatte körperlich keinerlei Beschwerden. Die Muskeln wuchsen, ich wurde stärker, sah zwar nicht nach meinen Wunschvorstellungen aus, aber war relativ stark zu dieser Zeit für mein Alter, noch dazu, da ich ja auch noch leistungsmäßig Fußball und Tennis spielte.

Ich kam in der Woche auf mindestens 6 Trainingseinheiten, meistens sogar auf 8-9, da ich beispielsweise nach dem Tennistraining dann noch ins Fußballtraining gefahren bin oder umgekehrt!!! ÜBERTRAINING lässt grüßen!

Aber wieder zurück zum Thema, worauf ich hinaus wollte, zu dieser Zeit begann meine Leidensgeschichte jetzt im nachhinein betrachtet mit den Rückenschmerzen.


Was jeder "Rückengeplagte" sicher kennt, zumindest die meisten, es ist mir bei einer ruckartigen Bewegung bei einem Einwurf beim Fußball spielen, so richtig im Lendenwirbelsäulenbereich "eingeschossen"! In diesem Alter kannte ich Rückenschmerzen überhaupt nicht, geschweige denn so extreme akute Schmerzen wie in diesem Fall, bei einer klassischen Lumbalgie, wie ich jetzt erst weiß.

Ich war darauf hin extrem bewegungseingeschränkt wegen den extremen Schmerzen und konnte mich kaum mehr bewegen. Ich dachte mir nicht viel dabei, naja, wird schon nicht so schlimm sein, ich gehe zum Arzt und dann der wird mir schon sagen was ich machen soll, sprich der "normale" Lauf in unserem "Gesundheitssystem" begann für mich ab diesem Zeitpunkt.

Vorab kurz die medizinische Einteilung der Ursachen von Rückenschmerzen.

EINTEILUNG DER RÜCKENSCHMERZEN IN DEREN URSACHEN:

Die Ursachen für Rückenschmerzen sind vielfältig. Häufigste Ursachen sind alltagsbedingte Fehlhaltungen in Zusammenhang mit Übergewicht, mangelndem Training der Rückenmuskulatur und degenerativen Veränderungen der Wirbelsäule.

Nicht zu vergessen psychosomatisch-bedingte Ursachen, welche auf keinen Fall vergessen werden dürfen. Ich möchte mich aber auf die durch dauernde Unter- und/oder Überlastung entstandenen Rückenschmerzen beschränken und wie Sie diese in den Griff bekommen können.

Nach der Lokalisation der auslösenden Ursache - von der Wirbelsäule (vertebragen) oder von anderen Orten (extravertebragen) ausgehend - unterscheidet man:

1.1 ...NACH DAUER 1.1.1 Akute rückenschmerzen

Hierunter versteht man Schmerzzustände, die plötzlich eintreten und meist nur wenige Tage anhalten.

1.1.2 Chronische Rückenschmerzen

Sind die Schmerzen an mehr als die Hälfte der Tage pro Jahr vorhanden, spricht man von chronischen Rückenschmerzen. Sie sind oft durch Haltungsschäden der Wirbelsäule bedingt. Viele der Patienten üben ebenfalls berufliche Tätigkeiten im Sitzen aus, wodurch Bewegungsmangel gefördert wird.

1.2 ...NACH SPEZIFITÄT 1.2.1 Unspezifische Rückenschmerzen (75% aller Rückenschmerzen)

Kennzeichen sind starke Schmerzen, die radiologische Befunde stimmen jedoch nicht mit der Schmerzstärke überein. Eine Ausstrahlung ins Gesäß, in den Nacken oder in die Arme ist möglich. Die Therapie besteht in der Behandlung der Grunderkrankung (soweit möglich). Vorbeugende Maßnahmen sind Physiotherapie, regelmäßige sportliche Aktivität und Gewichtsreduktion. In hartnäckigen Fällen ist die Teilnahme an Rückenintensivprogrammen mit integrierter Versorgung durch Ärzte, Krankengymnasten und Psychologen empfehlenswert. Eine dauerhafte Schmerzmedikation ist nur in Ausnahmefällen bei akuter Verschlechterung für kurze Zeit sinnvoll.

1.2.2 Rückenschmerzen mit spezifischer Schmerzausstrahlung

Kennzeichen ist eine Erkrankungen mit Beteiligung des Rückenmarks oder der Nervenwurzeln. Die Schmerzen werden im spezifischen Versorgungsgebiet der Nerven als ausstrahlend empfunden. Die Therapie besteht aus Schmerztherapie, Krankengymnastik und Operation (nur bei Versagen konservativer Maßnahmen oder in seltenen, speziellen Fällen). .......aber wieder zurück zum weiteren Verlauf meiner "Irrfahrt" im "Gesundheitssystem". Ich ging zum Arzt, dieser machte standardisiert eine Röntgenaufnahme meiner Wirbelsäule und ich bekam als Diagnose "...keine Auffälligkeiten bzw. gravierenden degenerativen Veränderungen!", ich war erleichtert und erhielt eine Spritze gegen die Schmerzen und ging dann erleichtert nach Hause.

DAS SYSMPTOM WURDE BEKÄMPFT !

RATSCHLÄGE von Ärzten und Physiotherapeuten sind gut gemeint und lauten dann wie folgt, "...machen Sie mehr Bewegung und treiben Sie Sport! Gehen Sie z.B.: Schwimmen und Radfahren, das entlastet den Rücken."

Durch diesen, in letzter Konsequenz sehr undifferenzierten gut gemeinten Ratschlag, wird die Ursache leider sogar verstärkt, da die Entlastung ja wie man weiß eine Ursache darstellt, warum die Wirbelsäulenstrukturen (Bandscheiben, Facettengelenke, Bänder entlang der Wirbelsäule usw.) degenerieren über die Jahre.

STOFFWECHSEL DER BANDSCHEIBEN

Die Bandscheiben im Speziellen, benötigen den ständigen Wechsel zwischen Entlastung und Belastung (DRUCK UND ZUG). WIESO? Weil, diese ab dem 20.Lebensjahr nicht mehr mit Blutgefäßen versorgt ist.

Tagsüber - im Stehen und Sitzen - wirkt ständig hoher Druck auf die Bandscheibe ein. Sie verliert Wasser, die Scheibendicke reduziert sich. Haltungskonstanz, gleichgültig ob im Stehen oder Sitzen, führt nach einigen Stunden zum Stillstand des Stoffwechsels.Allerdings benötigt eine Bandscheibe nicht nur Wasser, sondern auch Nährstoffe wie Mineralien etc. Da Bandscheiben nicht direkt durchblutet sind, müssen sie diese Stoffe und Wasser durch Osmose oder Diffusion aufnehmen. Dieser „Durchsaftungsmechanimus“ der Bandscheibe ähnelt damit einem Schwamm, der im Wasser zusammengepresst und wieder losgelassen wird. Ganz folgerichtig sind Bandscheiben, die regelmäßig durchbewegt werden daher auch besser ernährt. Körperliche Ruhe ist das Aus für Ihre Bandscheibe! Ein ständiger Wechsel zwischen Druckbelastung und Druckentlastung hält Ihre Bandscheiben gesund – ein ideales Betätigungsfeld für Vorbeugung und Selbsthilfe.

Nun wieder zurück zu meinem Krankengeschichte in Sachen Rückenschmerzen, ich hatte als nach der Spritze und ein paar Tagen Krankenstand, einigen Massagen beim Physiotherapeuten und Ruhe keinerlei Schmerzen mehr. Ich dachte mir super, war eh nicht so schlimm! Wie ich jetzt weiß ein folgenschwerer Trugschluss, denn ich änderte nichts an den individuellen Ursachen meiner Beschwerden, d.h. ich betrieb weiterhin "falsches Kreuzheben", "falsche Kniebeugen", saß viel am PC usw. sprich alle ursächlich relevanten Aktivitäten behielt ich bei.

So kam es wie es kommen musste, nach ca. 1 Jahr, schoss es mir wieder ein und das Spiel begann von vorne! Ich suchte mir nach dem klassischen Arztbesuch wieder einen "guten" Physiotherapeuten, ließ mich ein paar Mal behandeln und alles war nach ein paar Tagen wieder gut. Dachte ich zumindest!

Nicht falsch verstehen, die Ärzte sind sehr wichtig in Sachen Erstellung einer guten Diagnose und Medikation und die Physiotherapeuten um den Heilungsprozess zu beschleunigen, aber ursächlich werden die Berufsgruppen in 90% der Fälle nicht weiterhelfen können und ist auch gar nicht deren Aufgabe. Diese Aufgabe obliegt den erfahrenen Krafttrainern welche sich auf diesem Gebiet spezialisiert haben.

Die "Einschiess-Intervalle" wurden schließlich immer kürzer und endeten schließlich mit einem erzwungenen Krankenhausaufenthalt, ich wurde auf Grund der starken Schmerzen in einem Rollstuhl dort hin gebracht.. Also trotz viel Bewegung, Krafttraining und Sport im Allgemeinen, einen schweren Bandscheibenvorfall.

FAZIT:

- Zivilisationskrankheit Nr.1 in Österreich ca. 3,5 Millionen Rückenschmerzpatienten, Ursache ist zu wenig Druck-Zug-Belastung im Wechsel für die Wirbelsäulenstrukturen, zu viel sitzende Tätigkeiten und teilweise Überlastungen.

- Symptome werden durch verschiedenste Arten der Therapien behandelt.

- Die Ursachenlösung wird sehr selten überhaupt im Detail erläutert und wenn dann fehlt in letzter Konsequenz ein differenziertes und intensives Krafttraining.

DIE LÖSUNG DES PROBLEMS:

Der Beginn eines differenzierten Krafttrainings und dem Verstehen der Ursachen der degenerativen Veränderungen der Wirbelsäulenstrukturen.

Siehe www.smiss-training.com/trainingsprogramme

Quellen:

1.http:flexikon.doccheck.com

2.http:www.gesundheit.co.at

3.Dr.Gottlob Institut

4.Wikipedia

5.Statistik-Austria

Copyright der Bilder:

1.Wirbelsäule von hinten (Fotolia)

2.Kniebeuge (Herbert Schmidt)

3.Röntgenaufnahme